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von Christian Röckl
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Unsere Auszeit Urlaub in Kreuzeck (Nordharz)

Eine Woche Nordharz – schön, aber nicht ganz unser Revier

Eine Woche waren wir jetzt im Nordharz unterwegs. Am Campingplatz: meine Frau Yvonne, unsere zwei kleinen Hunde und ich mittendrin. Eigentlich genau so, wie man sich’s erst mal vorstellt: raus aus dem Alltag, rein in die Natur, ein bisschen Ruhe, ein bisschen Bewegung, ein bisschen unterwegs sein.

Das Wetter hat dabei ordentlich geliefert — eher zu viel als zu wenig. Es war tagsüber teilweise richtig heiß, und trotzdem sind die Temperaturen nachts in manchen Stunden auf 11 Grad runter. Also schon so ein Wetter, bei dem man tagsüber im T-Shirt schwitzt und nachts froh ist, wenn man a gscheids Bettzeug hat.

Was aber schnell klar wurde:

Der Nordharz ist zwar schön, aber für uns als Wanderurlauber direkt vom Campingplatz aus eher mau. Die Möglichkeiten für Touren in der direkten Umgebung waren ziemlich begrenzt. Nach drei Tagen sind wir deshalb schon mit dem Auto nach Goslar gefahren, um uns die Stadt anzuschauen. Und weil man mit unserem Bus ja nicht einfach nur einsteigt und losfährt, heißt das immer erst mal: komplett umbauen. Das ist nix, was man mal eben so aus der Hüfte schüttelt. Aber mei, gehört halt dazu.

Kurz darauf stand dann auch noch eine zweite Stadttour an. Und ehrlich gesagt: Das war dann auch das, was uns am meisten Freude gemacht hat. Vor allem Goslar und Wernigerode haben uns wirklich gut gefallen. Zwei schöne Altstädte, viel Fachwerk, viel los, klar auch viel Tourismus — aber das war uns vorher schon bewusst. Und es hat irgendwie gepasst. Nicht geschniegelt, nicht steril, sondern lebendig.

Sehr gut gegessen haben wir in beiden Städten auch. Preis-Leistung war in Ordnung, da kann man nicht meckern. Ganz anders dagegen das Restaurant direkt am Campingplatz. Da hab ich mich schon ein bisschen verwundert die Augen gerieben. Die Preise für Bier und Schnitzel waren teilweise so hoch, dass man sich fast denkt: Servus, seid ihr in München oder im Harz? Und das soll jetzt kein Gemecker auf hohem Niveau sein — aber irgendwo hört’s halt auch auf.

Leider hatte der Urlaub auch eine Schattenseite.

Yvonne hat sich nach einer längeren Wanderung, leider viel davon bergab auf Asphalt, wieder den Fuß angeschlagen. Der alte Ermüdungsbruch war offenbar doch noch nicht komplett verheilt. Der Fuß wurde dick und hat ordentlich geschmerzt. Und dann ist es halt einfach vorbei mit „wird schon gehen“. So sehr man auch will: Wenn der Körper bremst, dann bremst er. Punkt.

Deshalb haben wir unseren Urlaub dann auch vorzeitig abgebrochen. War nicht leicht, weil die Natur schon schön ist dort oben. Aber wenn der Anteil an wirklich guten Wanderwegen nur einen kleinen Teil ausmacht und sonst viel auf breite Wege, Erlebnisspark und familienfreundliche Trassen gesetzt wird, dann ist das für uns einfach nicht das, was wir suchen. Schöne kleine Pfade enden dort oft ziemlich schnell wieder auf breiten, teils sogar geteerten Wegen. Und genau das nimmt halt viel von dem, was für uns draußen wichtig ist.

Unterm Strich bleibt: Der Nordharz ist kein schlechtes Ziel. Für Familien sicher top, für Spaziergänger, Ausflügler und Leute, die gern unkompliziert unterwegs sind, wahrscheinlich auch. Für uns war’s diesmal aber nur bedingt passend. Die Städte waren klasse, das Essen größtenteils gut, die Landschaft schön — aber der eigentliche Wandercharakter hat uns zu wenig überzeugt.

Und manchmal ist das eben auch eine Erkenntnis:

Nicht jeder schöne Fleck ist automatisch ein Ort, an dem man bleiben will.

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Christian Röckl
München Schwabing

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